Infomail zum persönlichen Budget
Hallo Zusammen!
Wieder ein herzliches Dankeschön an alle, die sich auf meine letzte Mail gemeldet haben. Das Thema brennt wirklich bei Vielen.
Danke auch für die zahlreichen Fragen. Einige davon beantworte ich hier auch offen, da sie für viele von Interesse sein könnten.
Auf Rückmeldungen, Erfahrungsberichte und weitere Fragen bin ich gespannt und freue mich schon darauf.
Lieben Gruß
Sabine Göbber
Diplom-Sozialpädagogin
Krankenschwester
Interessenverband Contergangeschädigter
Nordrhein-Westfalen e.V.
Hilfswerk für vorgeburtlich Geschädigte
Peer- to-Peer-Beratungsangebot
Mobil: +49 171-3080816
Tel.: +49 2428-9021470
Fax: +49 2428-9021480
Mail: s.goebber@contergan-nrw-peer-to-peer.eu
Fragen zum Persönlichen Budget/ Persönliche Assistenz
Ich bin Beamter im Ruhestand. Hast du schon Erfahrungen gemacht, wie die Zuständigkeiten in meinem Fall wären?
Die persönliche Assistenz, das persönliche Budget ist eine Sozialrechtliche Leistung. Sie kommt für alle Menschen mit Behinderung in Betracht.
Zuständig für die Bearbeitung sind in NRW die Landschaftsverbände Westfalen- Lippe und Rheinland.
Da contergangeschädigte Menschen laut § 18 Conterganstiftungsgesetz keinerlei Angaben zu Einkommen und Vermögen machen müssen, entfällt die Eigenbeteiligung.
Das Budget wird in der Regel Trägerübergreifend getragen, d.h. meist sind die Landschaftsverbände und die Pflegekassen beteiligt. D.h eventuelles Pflegegeld wird zum Teil miteingerechnet.
Bislang habe ich Erfahrung mit „aktiven“ Beamten, allerdings sind die meisten der nicht verbeamteten Budgetnehmer berentet.
Wie verträgt sich die persönliche Assistenz mit dem Bedürfnis nach Privatsphäre?
Das ist immer ein spannendes Thema, da die Balance zu finden. Auf dem letzten Pflege- und Assistenztag war das auch ein großes Gesprächsthema.
Deshalb ist die Auswahl der Assistenten wichtig, die Chemie muss stimmen. Es gilt klare Absprachen zu treffen. Es ist wichtig, sich abzugrenzen. Manchmal ist das nicht so leicht. Du bestimmst, wann und wie lange sie um dich ist. In welche Bereiche sie darf, wann sie sich zurückzuziehen hat.
Wenn man das erste Mal Assistenz hat, empfiehlt es sich, mit wenigen Stunden anzufangen. Vielleicht in einem noch nicht so intimen Bereich, z.B. anfangs nur etwas Unterstützung im Haushalt, oder Begleitung beim Einkauf. Sich langsam rantasten.
Und immer wieder miteinander reden.
Wichtig, gerade bei einer sehr hohen Assistenzzeit am Tag, auch wenn die Person 24 Stunden am Tag anwesend ist, heißt das nicht, das sie einen Hotelservice, was Verpflegung, Duschen, etc. erwarten darf. Sie kommt zur Arbeit und dort wird man in der Regel nicht rundum verpflegt und versorgt. Wieder gilt, miteinander sprechen reden ist wichtig.
Eventuell ist es hilfreich schriftlich festzuhalten, was von der Assistenz erwartet wird.
`Goes´ und `No Goes´ festhalten.
Wird die Bewilligung immer für einen bestimmten Zeitraum erteilt?
Ja, üblich ist ein Jahr. Dann kann man einen Folgeantrag stellen, der in der Regel weniger aufwändig ist als der Erstantrag.
Finden in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 6 Monate) Hilfeplankonferenzen und Überprüfungen des MDK statt?
Die Hilfeplankonferenz findet bei der Erstbewilligung auf jeden Fall statt. Wird der Folgeantrag gestellt, hast Du zwar grundsätzlich ein Anrecht auf eine Hilfeplankonferenz (HPK), oftmals findet dann aber meist nur ein Hausbesuch statt. Ich habe auch schon mitbekommen, dass der Folgeantrag ohne HPK oder Hausbesuch bewilligt wurde. Selbst ein Erhöhungsantrag wurde ohne Probleme bewilligt.
Innerhalb des Bewilligungszeitraumes finden in der Regel keine Überprüfungen statt, es sei denn, die regelmässigen Abrechnungen gäben dazu Anlass.
Beim Erstantrag wird, wie erwähnt, der Pflegegrad abgefragt. Je nachdem wie lange die letzte Begutachtung zurückliegt, muss eine Überprüfung beantragt werden.
Die Landschaftsverbände haben eigene Mitarbeiter aus dem Pflegebereich, die natürlich sehr genau erfragen, inwieweit die Assistenzstunden, die so gut wie immer auch einen pflegerischen Aspekt beinhalten, vom Landschaftsverband übernommen werden, soweit sie die Leistungen der Pflegekasse übersteigen, oder ob nicht evtl sogar die Krankenkassen Leistungen erbringen müssen.
Überprüfungen durch den MDK erfolgen im Zusammenhang mit dem persönlichen Budget nicht.
Was in regelmäßigen Abständen erfolgen muss, ist die Abrechnung der geleisteten Stunden mit den Leistungsträgern.
(Nur der guten Ordnung halber: Die Begriffe Hilfeplan und Hilfeplankonferenz werden zwar von allen Beteiligten noch so genannt, laut Gesetzestext heißt es Teilhabeplan und Teilhabeplankonferenz. Sagt aber keiner.)
Könnt Ihr als Mitarbeiter vom Interessenverband NRW auch contergangeschäftigte Menschen außerhalb von Nordrhein – Westfalen unterstützen?
Unterstützen auf jeden Fall, nur mit dem zuhause besuchen wird es schwierig. Wir versuchen, vieles im Telefonat mit Euch zu besprechen. Oftmals nutzen wir auch so coole Sachen wie skypen oder andere Internetmöglichkeiten. Das ist allerdings nicht für jeden etwas.
Manche von Euch kommen nach NRW ins ambulante Behandlungszentrum nach Nümbrecht. Die Zeit wird oftmals für ein persönliches Kennenlernen genutzt.
Was wir auf alle Fälle versuchen, in Eurer Nähe einen sogenannten Peer-Supporter zu finden. Also einen contergangeschädigten Menschen in Eurer Nähe, der vielleicht schon Erfahrung im Bereich Assistenz oder Pflegebegutachtung hat, oder einfach nur bereit ist, jemand anders zu unterstützen. So dass keiner allein ist.
Auf Wunsch stellen wir den Kontakt zu Beratungsstellen in Wohnortnähe her oder übernehmen Telefonate mit Krankenkassen und sonstigen Leistungsträgern.
Für die Peer- Supporter ist Christoph Soppa zuständig. Wenn ihr da Bedarf habt, oder vielleicht sogar selbst Supporter werden wollt, wendet Euch bitte direkt an ihn.
Kontakt Christoph Soppa: c.soppa@contergan-nrw-peer-to-peer.eu
+49 0151-16763122
Besuch des Fußballmuseums 23.9.20, in Dortmund
Hallo Fußballbegeisterte,
bei unserem Ausflug ins Fußballmuseum sind noch Plätze frei geworden. Wer also ganz kurzentschlossen am Mittwoch (23.09.20) noch mit uns ins Fußballmuseum gehen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu.
Wir unternehmen dort eine gemeinsame Führung und stärken uns danach gemeinsam im Bistro des Museums. Der ganze Spaß kostet euch nur 30€.
Wer Interesse hat meldet sich bei Barbara Wenzel-Heyberg:
Tel. 02268 9094288
Fax. 02268 9094287
E-Mail: bwh@contergan-nrw-peer-to-peer.eu
Wir sind schon voller Vorfreude auf diesen Besuch!
Gruß Christoph
Hier auch nochmal der Link zum Museum: https://www.fussballmuseum.de/
Evaluationsbericht Bundesregierung zum Vierten ÄndG Conterganstiftungsgesetz
Hallo zusammen,
als Anhang Evaluationsbericht Bundesregierung zum Vierten ÄndG Conterganstiftungsgesetz.
Herzliche Grüße aus Köln
Udo Herterich
Evaluationsbericht Bundesregierung (004)
Gutachten Evaluation Viertes Ã_ndG ContStifG Universität Heidelberg
Newsletter August 9 / 20
Liebe Hilfsmittelinteressierte,
so langsam kommen wir gemeinsam richtig in Fahrt! Mir macht es große Freude, dass immer mehr Antworten und Reaktionen von Euch auf die Newsletter kommen! Ich lerne mit jedem Kontakt stetig dazu und freue mich, den ein oder anderen auf diese Weise kennenzulernen, den ich sonst wohl nicht getroffen hätte!
Als Feedback auf den letzten Newsletter kamen entsprechend noch einige Berichte zur Zulassung einer Gurtschlossverlängerung und anderer Fahrzeugumbauten. Es wurde aus den Berichten deutlich, dass es zwar kein Problem ist, den Gurt umbauen zu lassen, man aber wirklich die Zulassung beim TÜV einholen sollte und nicht im Alleingang eine Gurtverlängerung einbaut (oft unter 300,00 Euro Zulassungsgebühr). Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte.
Zum Knöpfvideo kamen auch zwei weitere gute Hinweise:
1) kleinere Knöpfe lassen sich mit einer Häkelnadel einknöpfen
2) Grundsätzlich kann ein Knopf an Hemd und Hose durch einen Klettverschluss ersetzt werden. Eine Änderungsschneiderei kann dabei die Knopfleiste täuschend echt bestehen lassen, so dass Außenstehende keinen optischen Unterschied feststellen.
Auch für diese Tipps ganz herzlichen Dank.
In diesem Monat möchten wir Euch einen Rollhocker vorstellen. Federleicht und rollbar, und sobald Gewicht drauf kommt, verriegelt er selbständig und rutschfest. Die sind so praktisch, dass man sie fast in jeder Buchhandlung und Apotheke zu sehen bekommt! Buchhandlung? Klar! Weil da auch alle Langarmer an den Regalen an ihre Grenzen kommen. Aber Vorsicht, die darf natürlich nur das Personal benutzen! Trotzdem könnte man da ja mal fragen, ob man den mal eben ausprobieren darf :0)
Erich hat diese Hocker zuhause und hat uns einen Film geschickt.
Mit diesem Newsletter UND dem neuen Schulungsmodul zum Thema „Schädigungsformen“
möchte ich mich erstmal in den Urlaub verabschieden. Es geht in die Berge, und wenn da alles glatt geht, melde ich mich mit dem nächsten Newsletter im Oktober, wie gewohnt. Das komplette Schulungsmodul findet Ihr ab Mittwoch in der Film- und Fotoecke.
Newsletter 9 Semptember Rolltritt
Alles Liebe, freue mich auf Euch, Eure Nina
Inkrafttreten des Fünften Gesetzes zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne möchten wir Sie unter dem nachfolgenden Link im Contergan-Infoportal über das Inkrafttreten des Fünften Gesetzes zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes informieren:
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Umlau
Conterganstiftung für
behinderte Menschen
Geschäftsstelle
Postanschrift: 50964 Köln
Telefon: 0221 3673 3312
Telefax: 0221 3673 3636
Newsletter 8 August 2020
!! Update !!
Liebe Hilfsmittelinteressierte,
wir haben eine hilfreiche und extrem wichtige Information bekommen zu den Gurtschlossverlängerungen, die wir schnell weiterreichen möchten. Ganz so einfach, wie im Newsletter dargestellt, ist es mit der Gurtschloss-Verlängerung nämlich leider gar nicht.
Darauf hat uns jetzt ein Conterganbetroffener aufmerksam gemacht, der eine ganze Odyssee damit hinter sich hat. An dieser Stelle wirklich herzlichen Dank für die schnelle und ausführliche Reaktion!
Ich habe daraufhin unverzüglich mit einem in NRW ansässigen Autoumbauer Kontakt aufgenommen um mehr Informationen zu bekommen.
Es ist also so, dass, sobald eine Gurtschlossverlängerung ANGESCHRAUBT werden muss(also exakt die aus den Bildern im Newsletter) die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges erlischt. Das bedeutet, sie kann zwar technisch sicher sein, aber die Versicherungsschutz kann komplett erlöschen!!!! Im Unfallfall zahlt die Versicherung dann eventuell nicht.
Denn: zum einen ist der Punkt, an dem ein Gurt verschraubt wird physikalisch relevant im Crash Test. Er kann nicht „irgendwo“ angeschraubt werden. Daher muss der TÜV die neue Verschraubung absegnen.
Und zum Zweiten werden Airbags u.a. vom Gurtstraffer ausgelöst. Dieses Gurtstraffsystem befindet sich aber nicht nur oben in der Auszugsrolle. Sondern bei etlichen Fahrzeugen inzwischen auch in der Gurtpeitsche (in Form einer Elektrik). Daher ist der Austausch der Gurtpeitsche immer mit einem Eingriff in das Sicherheitssystem des Fahrzeuges verbunden.
Wenn also eine solche Verlängerung angeschraubt wird, muss eine Einzelgenehmigung für den Fahrzeugführer eingeholt werden nach §70 StVO. Das macht der TÜV. Diese Genehmigung wird eingetragen und kostet. (siehe Bericht des Betroffenen im weiteren Verlauf der Mail). Im allgemeinen kostet sie allerdings „nur“ bis zu 300,00 Euro. Die Erlaubnis gilt nur für diese eine eingetragene Person! Ein anderer ist dann quasi nicht versichert, wenn er das Fahrzeug fährt.
Diese Genehmigungspflicht kann nur umgangen werden, wenn es sich um eine Gurtschlossverlängerung handelt, die in das vorhandene Gurtschloss eingesteckt wird. Auch diese kann man nicht – entgegen meiner Behauptung im Newsletter – irgendwo kaufen, sondern es muss eine ECE geprüfte mit dem E4 Kennzeichen.
Diese erhält man nach Aussage eines befragten renommierten KFZ Umbauunternehmens z.B. hier:
https://www.seatbeltextenderpros.com/
und kann sich dort sowohl eine starre, wie eine weiche Verbindungsart aussuchen, sobald man den Fahrzeugtyp gewählt hat.
Damit gibt es zwar eine Betriebserlaubnis, aber:
da die Auslösung eines Airbags auch vom den Signalen des Gurtstraffers mit ausgelöst wird, muss man davon ausgehen, dass jegliche Verschiebung eines Gurtschlosses die Kraftübertragungen verändert!
Daher sollte man auch das einsteckbare Gurtschloss nicht einfach selbst montieren, sondern immer den Autoumbauer und den TÜV draufgucken lassen!! So die dringende Empfehlung des von mir angesprochenen Autoumbauers.
Zudem sollte man darauf achten, dass das Gurtschloss nicht auf dem Hüftknochen zu liegen kommt. Im Unfallfall wir das Gurtschloss je nach Unfallstärke den Hüftknochen verletzen.
Es gibt also sehr viel mehr zum Gurtschloss zu beachten, als ich in meinem Newsletter dargestellt habe. Ich hoffe, diese Information stellt nun rechtzeitig noch einiges richtig.
Mein Dank gilt Herrn Heinz Barnbeck, der uns diesen Erfahrungsbericht direkt gestern zukommen ließ:
Hallo Nina Sörensen
zum letzten Newsletterthema Gurtschloßverlängerung möchte ich gerne meine Erfahrung beitragen, denn so einfach wie es scheint, ist es NICHT!
Habe in 2018 einen Neuwagen gekauft und siehe da, Gurtpeitsche und Gurtschloß waren zu niedrig für meine Klumphände.
Allein die Auswahl des geeigneten Fahrzeugs ist jedes Mal eine Herausforderung für Klumphänder aufgrund der Höhe der Mittelkonsole bei den unterschiedlichen Modellen der Hersteller. Ich komme aus München-Milbertshofen, da ist der Sitz von BMW mit all seinen Spezialabteilungen. Bei den BMW Modellen ist die Mittelkonsole so hoch, daß sie gut 25-30 cm über den Sitzrand ragt. Somit ist für Klumphänder die Gurtpeitsche nicht erreichbar. Bei Mercedesmodellen dito.
Beide Hersteller bieten eine individuelle Gurtpeitschenverlängerung an. Dabei handelt es sich um einen Eingriff in das Sicherheitssystem des Fahrzeug, und darum ist eine technische Einzelzulassung und Abnahme durch den TÜV mit Eintrag in den Kfz-Schein zwingend nötig. Und weil es sich eben um eine Einzeltypprüfung, -zulassung und -abnahme handelt, ist mit Kosten bis zu 12.000 € zu rechnen!!!
Da mir das doch etwas zuviel war, entschied ich mich für einen Audi A4, bei dem Mittelkonsole auf Sitzhöhe endet. Allerdings ist die Gurtpeitsche etwas kürzer, so daß auch hier Klumphänder leichte Schwierigkeiten haben können, wobei es auf den Sitz ankommt. Bei Stoffmodellen passt es gut, bei Lederbezug nicht so gut.
Jedenfalls konnte ich mich nur sehr schwer anschnallen und nur mit Hilfe eines Stabes abschnallen. Das ist im Falle eines Unfalls überhaupt nicht praktikabel.
Daher wandte ich mich an die Abteilung Sonderabnehmer bei Audi und die setzten folgende Lösung um. Es bestand noch eine Typenzulassung für eine etwas längere Gurtpeitsche, die ich mühelos bedienen konnte. Auch hier ist eine TÜVabnahme und eintrag in Kfz-Schein zwingend nötig weil ja Änderung des Sicherheitssystems. Die Kosten incl. Einbau lagen bei rund 750€.
Ich möchte hiermit aufzeigen, daß man nicht einfach in irgendeiner Werkstatt ein im Internet gekauftes Gurtschloß oder nicht Original Gurtpeitsche einbauen lassen kann. Dadurch erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wie mir neben den TÜV Mitarbeitern mein sehr kompetenter Versicherungsmakler bestätigte.
Ich kenne verschiedene Contergangeschädigte, auch in NRW, die mit so einem Teil rumfahren, welches sie „einfach so“ eingebaut haben. Sollten sie kontrolliert werden oder in einen Unfall verwickelt werden, besteht kein Versicherungsschutz. Das ist den Kolleg*innen anscheinend nicht bewußt.
Insofern bitte Vorsicht mit solchen Empfehlungen.
mit freundlichen Grüßen
Dipl.Kfm. Heinz Barnbeck
Liebe Hilfsmittelinteressierte,
die Resonanz auf den 3D Druck-Film war enorm. Wir haben viele Projekte in Auftrag bekommen, die zur Zeit nun vom EL4 bearbeitet und mit den Klienten zusammen ausgetüftelt werden. Wir werden Euch nach und nach alle Ergebnisse vorstellen und freuen uns auf weitere Anfragen.
Die Projekte brauchen aber etwas Zeit! Wir bitten um Geduld. Die Projekte werden von Studenten umgesetzt, die aber parallel dazu immer wieder in Klausuren und Praktika stecken.
Im jetzigen August-Newsletter möchten wir Euch Tips von zwei Menschen mit Conterganschädigung vorstellen.
Einmal einen sehr gut funktionierenden Gurtanreicher, damit man sich nicht so weit nach hinten drehen muss. In Kombi mit einer Gurtschloßverlängerung kann man sich das Anschnallen ziemlich erleichtern. Vielen Dank für diesen Tipp an Dieter.
https://www.contergan-nrw.eu/?p=9389
Der zweite Tipp kommt von Michael. Seine Arme reichen bis knapp in die Taille, und er erklärt mir in diesem Video, wie er schwergängige Jeansknöpfe schließt.
https://vimeo.com/448484149/345eb17f56
Liebe Grüße an Euch und ich freue mich immer, von Euch zu hören. Tipps, aber auch Anfragen nach bestimmten Hilfsmitteln bringen uns alle weiter! Eure Nina
Newsletter-8-August-Gurtanreicher
Interessenverband Contergangeschädigter
Nordrhein-Westfalen e.V.
Hilfswerk für vorgeburtlich Geschädigte
Peer-to-Peer Beratungsangebot
Nina Sörensen
Medizinprodukteberaterin
Persönliches Budget… von Sabine Göbber
Hallo zusammen,
ich bedanke mich herzlich bei Euch für die zahlreichen positiven Rückmeldungen zur letzten Infomail.
Der heutige Erfahrungsbericht zeigt Euch in etwa den Weg zum persönlichen Budget. Der Interessenverband bietet Euch Unterstützung an und möchte Mut machen, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Vorweg: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wir versichern Euch, dass ihn keiner alleine gehen muss. Gemeinsam mit uns Nicole Soppa, Christoph Soppa und mir, Sabine Göbber begleiten wir Euch über den gesamten Prozess.
Also, das Weiterscrollen nach unseren Kontaktdaten lohnt sich. Nehmt bitte gern direkt zu uns Kontakt auf.
Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen, Mutmachergeschichten und Fragen, kurz: auf den Austausch mit Euch!
Alles Liebe
Sabine Göbber
Diplom-Sozialpädagogin
Krankenschwester
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Schritt für Schritt – der Weg lohnt sich!
„Hurra, der Bescheid ist da! Heute habe ich endlich auch die schriftliche Mitteilung, dass ich meine Assistenzen finanziert bekomme. Es war schon ein langer Weg, man braucht Ausdauer und es war nicht immer einfach, aber ich war nie allein und konnte immer auf die Unterstützung zurückgreifen.“ (Contergangeschädigter, Budgetnehmer).
Dies ist die Aussage eines Antragstellers, der es gemeinsam mit uns geschafft hat und nun sein persönliches Budget erhält.
Das persönliche Budget bedeutet für Euch:
– Unterstützung im Alltag
– Assistenz in der Freizeit
– selbständige Sicherstellung der Pflege
– Bewältigung vieler kleiner ungeplanter Dinge in der Tagesgestaltung
Der Antrag ist auf den ersten Blick ein kräftezehrender Akt, aber jeder kann und sollte ihn gehen. Gemeinsam mit uns erreicht ihr das Ziel zu Eurem persönlichen Budget.
Lassen wir einen contergangeschädigten Menschen mit persönlichem Budget selbst erzählen:
„Also, ich bin ja immer viel unterwegs, auch mit anderen Contergangeschädigten. Und da habe ich mitbekommen, dass der ein oder andere immer jemanden dabei hat, der ihn unterstützt. Und wenn ich dann nachgefragt, hieß es, das ist mein persönlicher Assistent.
Ich bin dann mal in mich gegangen, und hab mich gefragt, für was ich so einen Assistenten gebrauchen könnte, wobei der mir helfen könnte. Da sind mir echt eine Menge Sachen eingefallen.
Ich hab dann jemanden vom IV angesprochen, das ich da mal `ne Frage zu hätte. Zusammen mit S. haben wir dann aufgelistet, was ich denn so an Unterstützung brauche. Wann ich sie brauche und wobei genau. War schon beindruckend, als wir da so einen ungefähren Stundenplan fertig hatten.
Jemand, der bei mir sauber macht, hatte ich ja schon, und auch jemand der beim Duschen hilft. Quasi meine ersten Assistenten gab es schon.
Dann kam so der Teil, vor dem ich ehrlich gesagt etwas Schiss hatte. Einen Antrag ans Amt stellen. Ich hatte Sorge, da irgendetwas falsch zu machen, dass ich es vermasseln könnte, oder die mir irgendetwas kürzen, oder was weiß denn ich.
Doch S. kannte sich da jedoch aus. Sie hat mich echt beruhigen können.
Sie wusste, dass mein Antrag zum Landschaftsverband muss. Auch welche Schreiben und Unterlagen dabei sein müssen. Wir haben dann gleich auch das Schreiben beigefügt, das ich als Contergangeschädigter keine Angaben machen muss, zu meinem Einkommen und Vermögen.
Klar kamen da vom Amt noch Rückfragen. Das ein oder andere fehlt denen ja doch immer. Vor allem haben die zweimal nachgefragt, ob ich wirklich als Arbeitgeber auftreten will. Als ich dann jedoch einen Steuerberater angeben konnte, der die Personalabrechnungen für mich machen würde, waren sie beruhigt.
Spannend wurde dann die Frage, ob ich einen Pflegegrad habe. Sicher habe ich einen, aber die letzte Begutachtung war schon ewig her. Also musste ich auch noch eine Überprüfung beantragen.
Puuh, das war dann so ein Punkt, wo ich am liebsten aufgehört hätte. Besuch vom MDK? Wollte ich jetzt nicht wirklich. Aber auch da gab`s Unterstützung vom IV durch N. . Erstaunlicherweise bin ich sogar einen Grad höher eingestuft worden. Hat sich direkt gelohnt.
Als dann endlich alle Papiere beim Amt waren, hat`s auch nochmal gedauert, bis es weiter ging. Dann kam der Antragshöhepunkt, der Besuch vom Amt bei mir zuhause. Mit drei Mann waren sie da. Eine Person vom Landschaftsverband, eine vom Kreis und eine andere, weiß auch nicht mehr genau von wo.
Dies Gespräch war gut, auch wenn ich total nervös war und Angst hatte, was Falsches zu erzählen. Aber wir haben ganz offen darüber gesprochen, wobei ich Hilfe brauche und warum jetzt und nicht schon früher. Die hatten ehrlich gesagt, von Conterganschädigung keinen Plan. Hatten keine Vorstellung davon, was z.B auch die Folgeschäden machen.
Wir haben schon so ein bisschen um die ein oder andere Stunde gefeilscht. Zum Glück war N.N mit dabei.
Danach war ich völlig geschafft, hatte aber der Eindruck, dass es gut wird.
Ich habe dann die Woche drauf mal telefonische angefragt, wie es aussieht. Da hieß es schon, ja geht klar.
Und dann war endlich der Bescheid da.“
So und ähnlich verlaufen die Beantragungen, zusammengefasst grundsätzlich in diesen Schritten:
1.
Klärung der 3 großen „W´s“
Welche Unterstützung benötige ich? Wann brauche ich Unterstützung? Wer könnte mir helfen?
2.
Aufstellung eines Stunden-, Wochen- und Monatsplans
Zur besseren Übersicht und um die Stundenzahl zu ermitteln, sollte möglichst genau aufgeführt werden, wann die jeweiligen Unterstützungen benötigt werden.
3.
Antragsformulierung und -einreichung
Es genügt ein formloses Schreiben, dass man Assistenz benötigt und diese mit einem persönlichen Budget finanzieren möchte. Zunächst ist die Stundenaufstellung beizufügen. Der Bedarf weiterer Unterlagen ist unterschiedlich und wird meist erst im weiteren Antragsprozess angefordert. Ansprechpartner in NRW sind die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Zu den Unterlagen und Vorgehensweisen variieren allerdings innerhalb der Kreise die Angaben. Auch die anderen Bundesländer haben sehr unterschiedliche Zuständigkeiten und Vorgehensweisen. Diese lassen sich aber recherchieren.
4.
Ab hier geht der Weg gemeinsam mit den entsprechenden Ämtern und Behörden weiter.
Es gibt meist eine/n FallmanagerIn als AnsprechpartnerIn. Über diese/n läuft die weitere Koordination zu fehlenden Unterlagen, die Terminierung der Hilfeplankonferenz, u. ä. Das Amt klärt, wer genau die Kosten übernehmen muss und wer an der Hilfeplankonferenz beteiligt wird. WICHTIG: Ihr habt das Recht, Euch bei allen Terminen – auch in der Konferenz – Unterstützung zu holen.
- Ziel erreicht – die Assistenz startet!
Nach dem erfolgreichen Antrag lassen Euch die Mitarbeiter vom IV auch weiterhin nicht alleine. In NRW unterstützen wir auch vor Ort, z.B. Dabeisein im Hilfeplangespräch oder bei MDK-Besuchen. Als Ansprechpartner für die unterschiedlichen Schwerpunkte stehen wir gerne zur Verfügung:
Sabine Göbber: Persönliches Budget
Christoph Soppa: Bereich Rente, Persönliches Budget
Nicole Soppa: Pflegegrad, Pflegebegutachtungen, Pflege allgemein
Sehr informativ und hilfreich sind auch die vom Interessenverband angebotenen Pflege- und Assistenztage, die wir hoffentlich bald wieder anbieten können. Ein Besuch lohnt sich!
Ich hoffe, dieser Bericht war wieder mutmachend und ermuntert den ein oder anderen, den ersten Schritt zu tun.
Lieben Gruß
Sabine Göbber
Besuch im Fußballmuseum
Hallo Fußballfans,
kennt ihr das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund? Ich war schon dort und habe dort viele spannende Dinge zum Thema Fußball gesehen und kann einen Besuch sehr empfehlen.
https://www.fussballmuseum.de/
Der Interessenverband möchte die Sommerpause der Bundesliga nutzen, um für euch einen Besuch im Fußballmuseum in Dortmund zu organisieren. Wer hat Interesse den Fußball und seine Geschichte in einer lebendigen und interaktiven Ausstellung zu erleben?
Vor Ort werden Führungen angeboten, die auf die Besuchergruppe zugeschnitten sind. Diese dauern etwa 2 Stunden. Und gemeinsam speisen im Bistro ist dort ebenfalls möglich.
Wer Interesse hat, schreibt mir bitte bis zum 31.07.20: c.soppa@contergan-nrw-peer-to-peer.eu
Fußballbegeisterte Grüße
Christoph
Newsletter II / Juli
Liebe Hilfsmittelinteressierte,
Sommerloch in den Medien? Nicht bei uns! Im Gegenteil, wir präsentieren Euch jetzt einen echten Knaller – wie ich finde:
Den 3D Druck – verbunden mit dem Angebot an Euch, eigene Dinge zu drucken!
Ob was ganz neu von Euch Erfundenes, oder etwas, was Euch schon lange vorschwebt oder eine Veränderung von etwas, dass Ihr schon besitzt – im 3D Druck gibt es unglaubliche Möglichkeiten. Auch bewegliche Teile, weiche Materialien oder hochbelastbare Stützen sind druckbar.
Bis März 2021 bietet uns, und damit Euch, die Hochschule in Bottrop intensive Begleitung und gemeinsames Erarbeiten von Druckprojekten an, die dann auch gleich dort ausgedruckt werden können. Dies ist ein vom Land bis März 2021 gefördertes Projekt zur „Teilhabe an Digitalisierung und Innovation“. Klingt sperrig, ist es aber so gar nicht!
Im Film schauen wir anhand von zwei Projekten den Beteiligten mal über die Schultern.
3D Druck macht richtig Spaß, es beflügelt und es kann hier und da ein echter Durchbruch sein. Einfache und aber auch sehr komplexe Hilfsmittel und Gegenstände sind möglich. Etliche Vorlagen gibt es auch schon als erste Anregung im Internet zu finden. Hier eine Übersicht der besten Internetseiten zu diesem Thema (https://all3dp.com/de/1/3d-drucker-vorlagen-3d-druck-modelle-kostenlos-download-stl-datei/)
Lisa Preissner von der HSG Bochum und ich freuen uns auf Eure hoffentlich zahlreichen Anrufe, Fragen und Ideen. Lasst uns gemeinsam dieses kostenfreie Projektangebot nutzen und Dinge bauen, die endlich 100% auf Euch zugeschnitten sind.
Aufgeregte Grüße!! Eure Nina

