Am 01.12.2018 fand unser Workshop im Marriot, Gelsenkirchen statt. Die Teilnehmer erwartete ein trockenes Thema: die für die Kostenzusage relevanten Paragraphen des SGB, und trotzdem waren so viele gekommen! Insgesamt 24 Teilnehmer, das war für mich ein Kompliment im Voraus! Vielen Dank schon an dieser Stelle für Euer reges Interesse!

Die HSG Bochum lies Fragebögen ausfüllen und derweil verteilte ich zum beklommenen Erstaunen vorbereitete Karten mit Hilfsmittelnamen an die Teilnehmer. Das war natürlich ein Trick. Ich wollte wache Zuhörer, und nichts hält wacher als ein bisschen Adrenalin. Was würde man mit den Karten tun müssen? Etwa über das Hilfsmittel im Podium etwas sagen müssen?

Pünktlich um 10:15 starteten wir mit der hoffentlich interessanten Reise durch die 4 wichtigsten Paragraphen, die einer Kostenübernahme den Weg ebnen. Ich warb um Verständnis für den Sachbearbeiter der Krankenkasse, der auch nur ein Mensch ist und im Allgemeinen nichts Böses im Schilde führt. Und für den Berater im Sanitätshaus, der wahrscheinlich in seiner gesamten bisherigen Laufbahn noch keinen Menschen mit Conterganschädigung zu Gesicht bekommen hat. So dass am Ende nur einer übrig bleibt, der den Bedarf der Krankenkasse erklären kann: der Betroffene selbst.

Und nach welchen Vorgaben und Bestimmungen man diese Erklärung nun formuliert, darum ging es im Rest des gesamten Workshops. Nämlich „ganz einfach“ nach den Bestimmungen, nach denen letztlich der Sachbearbeiter der Kasse entschieden muss: das SGB. Da muss ein Umdenken in die Sichtweise, die man bisher auf ein Hilfsmittel hatte stattfinden. Lernen Sie SGB-Deutsch! Das war die Arbeit des Workshops und wurde von den Teilnehmern mit großem Erfolg gemeistert.

Am Ende war allen klar: ich muss selbst ran. Und das mussten alle Teilnehmer auch mit den ausgeteilten Karten tun! Nach vorne an die Pinnwand und sie dem zuordnen, zu dem dieses Hilfsmittel ihrer Meinung nach dient. Zum Ausgleich der Behinderung, zum Erfolg der Krankenbehandlung, zur Vermeidung von Folgeschäden oder um… usw.

Aber das ist eine lange Geschichte. Wenn Ihr die auch gerne hören möchten, dann freue ich mich auf Euch im nächsten Workshop zum Thema „Hilfsmittel beantragen – so geht´s“

Herzlichen Dank an die Teilnehmer, Nina Sörensen